Als Howard Carpendale verkleidet begeisterte Hannes Schott das Publikum. Foto: Uschi Prawitz
Als Howard Carpendale verkleidet begeisterte Hannes Schott das Publikum. Foto: Uschi Prawitz

Das Duo "Zammgebicht" brachte Kirche und Humor unter einen Hut

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Autor: Uschi Prawitz

 

Burghaig, Montag, 12. Februar 2018

 

 

Kirche und Humor geht nicht zusammen? Das Musik-Comedy-Duo "Zammgebicht" belehrte die zahlreichen Zuschauer am Sonntagabend in der Johanneskirche zu Burghaig eines Besseren. Pfarrer Hannes Schott und Lehrer Stefan Haußner aus Bayreuth kennen sich schon seit ihrer Schulzeit und machen seitdem "gemeinsam Bleedsinn".

Dabei ist das Programm, das sie auf die Bühne bringen, gar nicht so sehr Blödsinn, sondern vielmehr ein Spiegel der Gesellschaft. Insbesondere seine oberfränkischen Schäfchen scheint Pfarrer Schott gut zu kennen und nimmt in seinen Liedtexten kein Blatt vor den Mund. Ob beim "Wampenschauen in der Therme Obernsees", mit der "Männergrippe" oder einer speziell auf die Oberfranken gedichteten Strophe des Frankenliedes - Hannes Schott ist überzeugt: Man muss auch über sich selbst lachen können.

"Ohne Humor wird man von vielem heruntergezogen, über dem man eigentlich stehen kann", und dieses Axiom verkörpert der Bayreuther Geistliche überzeugend.

 

Die Sprache der Gefühle

 

Das Publikum kam zwar etwas zögerlich in Fahrt, was wohl dem sakralen Ambiente des Veranstaltungsortes geschuldet war, ließ sich dann aber umso mehr von dem Comedy-Duo mitreißen.

Die Bayreuther Festspiele wurden von Schott und Haußner ebenso aufs Korn genommen wie die Landesgartenschau oder die als Schuljunge verhassten Bundesjugendspiele im Bodenturnen. "Nicht mal eine Siegerurkunde" hieß es in der Liedstrophe - natürlich im fränkischen Dialekt, denn Dialekt ist die Sprache der Gefühle.

Dann betrat Hannes Schott als Howard Carpendale verkleidet die Bühne. Gekonnt imitierte er den beliebten Sänger nicht nur durch Gestik und Mimik, sondern auch durch seinen Gesang. "Ich bin Howard, ihr seid Burghaig", hauchte er ins Mikrophon und sang sich wie das Original nicht nur in die Frauenherzen.

Ein gelungener Veranstaltungsabend im Rahmen der Feierlichkeiten zum 50-jährigen Bestehen der Johanneskirche Burghaig.

Das Musik-Comedy-Duo "Zammgebicht" (Stefan Haußner, links, und Hannes Schott, Mitte) sorgte für einen sehr unterhaltsamen Abend. Unterstützt wurden sie von Marc Baumann an der Gitarre. Foto: Reißaus
Das Musik-Comedy-Duo "Zammgebicht" (Stefan Haußner, links, und Hannes Schott, Mitte) sorgte für einen sehr unterhaltsamen Abend. Unterstützt wurden sie von Marc Baumann an der Gitarre. Foto: Reißaus

Gott und die Welt auf den Punkt gebracht

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Autor: Werner Reißaus

 

Bad Berneck im Fichtelgebirge, Dienstag, 24. Januar 2017

 

 

Seit fast 10 Jahren sind "Zammgebicht" ein Begriff in der Bayreuther Humor- und Kleinkunst-Szene: Der singende Mundart-Pfarrer Hannes Schott, der sich auf der Bühne auch gern einmal verkleidet, und sein musikalischer Partner Stefan Haußner, der als Allrounder an wechselnden Instrumenten und in verschiedensten Musikstilen für den richtigen Ton sorgt. Mit fränkischem Zungenschlag und wechselnden Instrumenten und Musikstilen präsentierte das Musik-Comedy-Duo "Zammgebicht" im "KuKuK" am Kirchenring vor einem vollen Haus jede Menge Humoriges und Nachdenkliches, Fränkisches und weniger Fränkisches, Kirchliches und Weltliches.

"Zammgebicht" setzt sich zusammen aus Hannes Schott (Gemeindepfarrer in Bayreuth-Meyernberg und Mitglied beim bayerischen Pfarrerkabarett "Das Weißblaue Beffchen") und Stefan Haußner (Sozialpädagoge und Musiker unter anderem bei "medium rare"). Die beiden kennen sich seit der Schulzeit und "machen seitdem gemeinsam Bleedsinn." Pfarrer Schott ist zudem bekannt für seine "Gschichtn aus der Bibel auf Fränkisch". An dem Abend in Bad Berneck hatten die beiden noch Marc Baumann an der Gitarre dabei.

Schott und Haußner stehen seit zehn Jahren als "Zammgebicht" regelmäßig auf der Bühne, zuerst beim "Abwasch" mit Klaus Wührl und dem "Bayreuther Skalpell". Inzwischen haben sie sich auch über Auftritte bei Mitarbeiter- und Gemeindefesten in Bayreuth und Umgebung einen Namen gemacht. Das jährliche Konzert im Becher-Saal ist mittlerweile regelmäßig ausverkauft.

Im letzten Jahr präsentierten sie ihre erste CD "Dahaam dahaam". Es geht in den elf Live- und Studioaufnahmen um viele Themen aus ihrem geliebten heimischen Bayreuth und seinem Umland: die Straßenaufrisstage zur Festspielzeit, den Tatort aus Franken, in dem die Todesrinne ein Opfer fordert oder das Wampen-Schauen in der Therme Obernsees. Außerdem besingen sie in fränkischer Mundart die biblische Geschichte von Lazarus oder den Zustand der Welt. Natürlich haben auch Howard Carpendale, Peter Maffay und die spanische Nasenflöte einen Platz auf der CD bekommen. Ausschnitte davon waren auch am Freitagabend im "KuKuK" zu hören.

Nordbayerischer Kurier vom Montag, 6. November 2017, Seite 8
Nordbayerischer Kurier vom Montag, 6. November 2017, Seite 8
Nordbayerischer Kurier vom Samstag, 4. November 2017, Seite 10
Nordbayerischer Kurier vom Samstag, 4. November 2017, Seite 10

Kleinkunstabend mit ‚Zammgebicht‘

 

Auf Einladung der Kolpingsfamilie kam die Kabarettgruppe ‚Zammgebicht‘ aus der oberfränkischen Metropole Bayreuth nach Olching. Hannes Schott, der Texter von Zammgebicht, seines Zeichens im Hauptberuf evangelischer Pfarrer, war vor einigen Monat als Interviewpartner zu Gast bei Brigitte Theile in Bayern 3. Dieser Radiobeitrag veranlasste die Kolpingsfamilie die Gruppe nach Olching einzuladen. Zammgebicht war bis dato nur im lokalen oberfränkischen Umfeld unterwegs und wagte sich somit erstmals mit ihrem Programm südlich des Weißwurstäquators. Bei Konzerten in Oberfranken gab es in der Stadthalle bis zu l 400 Besucher, hingegen bei den ‚frankenskeptischen Oberbayern‘ fanden nur etwa 60 Gäste den Weg ins Kolpinghaus, davon waren etwa die Hälfte im kabarettistischen Sinne wohl ‚heimatvertriebene‘ Exilfranken. Weder Zammgebicht noch die Besucher wussten was sie im Kolpinghaus

erwartet und nach einem fast 150-minütigem Programm war allen klar, dass sich der Abend absolut gelohnt hatte. Hannes Schott, verantwortlich für die Texte, und sein Schulfreund Stephan Haussner, der die Texte musikalisch arrangierte, lieferten ein kurzweiliges und außerordentlich unterhaltsames Programm ab. Da fand man keine derben Schenkelklopfer, sondern hintergründige, spitzfindige aber auch herzhaft witzige Textpassagen die in passende Melodien eingearbeitet waren. Angereichert war das Programm mit gut platzierten, nachdenklichen und kritischen Beiträgen , die gleichermaßen weltliche aber auch kirchliche Dinge streiften. Auch die wahrhaft schweren Themen des Dasein, wie zum Beispiel die ‚Männergrippe‘ oder ein fränkischer Sprachkurs reicherten das Programm an. Großen Unterhaltungswert hatte auch eine Persiflage auf Howard Carpendale, als Hannes Schott mit Perücke und dem berühmten ‚isch-Zungenschlag‘ auf der Bühne erschien. Nach dem Auftritt waren sich alle einig, dass man die beiden Künstler ohne Vorbehalt wieder nach Olching holen kann. Mit einem spritzigen, kurzweiligen und inhaltlich gutem Programm hat sich Zammgebicht empfohlen. Wir freuen uns auf ein nächstes mal.